Kap 02/03/04: McGinn-, Kenny-, Russell-Notizen; Gegenstand/Einfachheit (Papageno)

Co-Authored-By: Claude Opus 4.8 (1M context) <noreply@anthropic.com>
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marcusH
2026-05-30 13:21:33 +02:00
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@@ -9,11 +9,25 @@ Wittgensteins Theorie erklären und Übergang zum Satz schaffen.
Erklärung anhand der Gliederpuppe / weitere Bildtypen als Belegstelle.
Logisches Bild als Gemeinsames aller Bilder --> in Reinform am Satz zu sehen.
W. beschreibt ausdrücklich einen willkürlichen und einen notwendigen Teil im Bild:
--> Vertretung == Willkür
--> Sinn / Beschreibung == notwendig
Form der Darstellung (2.173 / 2.174): kapselt das Willkürliche, trägt nichts zur logischen Form bei.
--> Formel: Form der Abbildung Form der Darstellung = logische Form.
--> verschwindet mit 2.174 aus dem Haupttext, lebt aber unter dem Stichwort Notation (Satzreihe 3.34, für den Satz) als Randthema weiter.
Teaser:
Satz und Bild haben zunächst keine Ähnlichkeit, unklar, warum man den Satz als Bild sehen sollte.
--> Nachweis an Ws Beispiel: Sätze haben — wie Bilder — strukturelle Eigenschaften.
Das Kleopatra-Beispiel als Übergang zum logischen Raum, bevor der Satz abschließend besprochen werden kann.
Kenny und McGinn ausdrücklich in den Haupttext nehmen, als Gegenfiguren:
Jeder der beiden unterschlägt etwas aus der Abhandlung.
--> McGinn: das Herstellen der abbildenden Beziehung.
--> Kenny: die dadurch entstehende interne Relation (hier hat McGinn Recht — auch wenn diese Relation einfach nur die Nachahmung ist).
--> ggf. McGinns Beispiel (Partitur / Klang / Platte) detailliert erklären.
## Belegstellen
Fällt weg, alles schon im Text vorhanden
@@ -25,6 +39,16 @@ Nachahmungs-Sprache wirkt naturalistisch — Bild bezieht sich aber auf möglich
## Sekundärliteratur
### McGinn
- Keine saubere Trennung zwischen Bild- und Satztheorie.
- Sieht, dass Bilder keine äußerliche Ähnlichkeit brauchen — verpasst aber, dass das rein über die Vertretung zustande kommt.
Beispiel Partitur / Klang / Platte (gegen ihre eigene Anti-Ähnlichkeits-Lesart von 4.014):
In allen Fällen wird der Ton durch etwas anderes repräsentiert --> Notenzeichen / Ton / Tiefe der Rille an Stelle x.
--> so weit so gut, und Willkür, weil Vertretung --> sieht völlig anders aus.
ABER: Sind die Zeichen festgelegt, sind Partitur / Ton / Tiefe der Rille für ein Stück FIX logisch vorgegeben — alle Repräsentationen ahmen nur nach.
### Kenny
- erkennt, dass die abbildende Beziehung aktiv hergestellt werden muss (p. 70)
@@ -36,3 +60,13 @@ Nachahmungs-Sprache wirkt naturalistisch — Bild bezieht sich aber auf möglich
- p. 71 — Representational Form als "what makes A unlike B" (nur Definition, keine funktionale Verknüpfung zur Falschheit)
- p. 7579 — Bipolarität: Satz unabhängig vom tatsächlichen Sachverhalt (NB 55, TLP 2.22, 3.13)
- Kennys Logischer-Raum-Diskussion (p. 84 ff.) kommt erst später und ist nicht mit der Falschheit-Diskussion verbunden → die textnahe Verbindung Falschheit ↔ Logischer Raum wird verfehlt
### Russell
(Quelle: `literatur/russell-introduction.md`, Einleitung §§ 921)
- [2026-05-30 12:19] Überraschend nah an der eigenen Lesart.
- Strukturidentität / Ähnlichkeit: Russell hebt **ausdrücklich** darauf ab — „only so much **resemblance** as is essential to its being a picture in any sense, that is to say… **identity of logical form**". Liest die Grammophon/Partitur-Stelle (4.014) als *gemeinsame Struktur* („the logical structure is common").
- → Kontrast zu McGinn: sie lehnt Ähnlichkeit ab und liest 4.014 als Übersetzungsregel zwischen Sprachen. Russell steht auf unserer Seite der Achse (Identität/Nachahmung), McGinn nicht.
- Logisches Bild = Zusammenfassung dessen, was **essentiell** am Bild ist. Formulierung „essential to its being a picture in any sense" passt gut.
- Rahmen aber: Russell setzt das Ganze in „conditions for *accurate* Symbolism" / logisch perfekte Sprache — sein Kontext, nicht Ws Bogen. Vertretung benennt er nur („objects are represented by signs"), lässt sie undiskutiert.