diff --git a/preis-der-objektivität/kapitel/03-der-logische-raum.md b/preis-der-objektivität/kapitel/03-der-logische-raum.md index 88e6718..e42c075 100644 --- a/preis-der-objektivität/kapitel/03-der-logische-raum.md +++ b/preis-der-objektivität/kapitel/03-der-logische-raum.md @@ -10,62 +10,75 @@ [2026-05-30 12:27] **Start mit Tatsache / Sachverhalt** 1. Einstieg über Papageno Bild -Was sieht man: Openfigur vs. Bariton -> Vielgestsatigkeit +Was sieht man: Opernfigur vs. Bariton -> Vielgestaltigkeit -2. Gegenstand --> Selbständigkeit als Form der Unselbständigkeit +2. **Gegenstand --> Selbständigkeit als Form der Unselbständigkeit** Gegenstand von außen durch mögliches Vorkommen in Sachverhalten gegeben - W als "Anti-Kant": das Gegenteil des Noumenons (Ding an sich) --> Nichts gibt dem Gegenstand von innen her Halt - [2026-05-30 12:25] Gegen McGinns „treacherous": W ist hier nicht trügerisch. Er sagt ganz klar, dass Gegenstände unselbständig sind (Selbständigkeit als Form der Unselbständigkeit, 2.0122) — die Oberfläche ist keine Falle. -3. Die ontololigische Lesart -Prima facie gefeben: Gegenstände als atomare Sunbstanz der Welt +3. **Die ontologische Lesart** +Prima facie gegeben: Gegenstände als atomare Substanz der Welt - [2026-05-30 15:29] Es entsteht ein harter Widerspruch, liest man Gegenstände ontologisch: 1.1: „Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge." 2.01: „Der Sachverhalt ist eine Verbindung von Gegenständen. (Sachen, Dingen.)" Ontologisch gelesen (Gegenstand/Ding als Baustein der Welt, vgl. 2.021 „Substanz der Welt") kollidiert 2.01 mit 1.1: die Welt wäre dann doch aus Dingen aufgebaut. - [2026-05-31 13:35] Es gibt zwei wesentliche Passagen, in denen W sich zur Ontologie äußert: 4.211 und 5.557 f. — In beiden Passagen sagt er nicht, dass es keine Ontologie gäbe (so weit hat Hacker/Pears Recht), hält aber fest, dass es unmöglich ist, das Thema mit philosophischen Mitteln zu lösen. Ein Ergebnis kann nur Unsinn sein. (das muss man dann eben auch akzeptieren) - - Für W Wir können einfache Zeichen, die für Komplexe stehen, nicht von solchen unterscheiden, die für echte Gegenstände stehen. + - Für W: Wir können einfache Zeichen, die für Komplexe stehen, nicht von solchen unterscheiden, die für echte Gegenstände stehen. -- [2026-05-31 13:35] Komplex vs. Gegenstand → die Anwendung der Logik entscheidet: - - Farbbeispiel: noch nicht alles bestimmt — Farbton, „Grün" = Summe aller Grüntöne (Komplex, W glaubt gerade nicht an Graduierung). - - Gleiche Zeichenkomplexität → der Komplex verhält sich wie ein echter Name. Durch die Strukturgleichheit der einfachen Zeichen verhalten sich Komplexe logisch betrachtet wie Gegenstände, und das Kalkül unterscheidet beides auch nicht. - - → die Anwendung der Logik entscheidet, welche Elementarsätze es gibt (5.557). Wohlgemerkt: nicht, weil es keine echten gäbe, sondern weil wir nicht entscheiden können, welche es sind. - - Damit ist klar: JA — es gibt eine ontologische Welt. NEIN — wir können mit philosophischen Mitteln NICHT entscheiden, wie sie geartet ist. +4. [2026-05-31 13:35] **Komplex vs. Gegenstand** + - Einführung 29er Aufsatz - Reverse Engineering Komplex + Komplexe als unbestimmte Teile eines Sachverhalts + --> Farbbeispiel: Grün als Summe der Grüntöne (Nicht Graduierung) + - Aber gleiche Zeichenkomplexität + Das Zeichen des Komplexes verhält sich wie ein echter Name: Durch die Strukturgleichheit der einfachen Zeichen verhalten sich Komplexe logisch betrachtet wie Gegenstände, und das Kalkül unterscheidet beides auch nicht. + - die Anwendung der Logik entscheidet, welche Elementarsätze es gibt (5.557). Wohlgemerkt: nicht, weil es keine echten gäbe, sondern weil wir nicht entscheiden können, welche es sind. + - Damit ist klar: JA — es gibt eine ontologische Welt. NEIN — wir können mit philosophischen Mitteln NICHT entscheiden, wie sie geartet ist. Der Versuch kann nur zu Unsinn führen. + - Scharniersatz 5.557,f: Auch wenn das Argument epistemisch klingt, im Ende wird es als grammatisch aufgelöst ERST GANZ AM END). + +5. [2026-05-30 12:59] **Der Gegenstand ist einfach** + Widerspricht eigentlich der ontologischen Unschärfe, die Einfacheit eben NICHT garantiert. Zwei Beispiele, warum sie trotzdem einfach sein müssen: + **1. Kontrafaktische Analyse** + Beispielsatz: „Papageno heiratet Papagena." + Kontrafaktische Annahme: Papageno ist ein Komplex aus Kopf / Leib / Armen / Beinen. + Dann müsste „Kopf, Leib, Arme, Beine heiraten Papagena" denselben Sinn haben. + --> Leicht zu widerlegen: „Papagenos Kopf, Leib und Arme, aber Taminos Beine heiraten Papagena" — kompletter Unsinn. + --> Ich muss Papageno im Satz behalten: „Papagenos Kopf, Arme, Leib und Beine heiraten Papagena" — Zirkel perfekt. + + [2026-05-30 13:18] **Zweiter Teil — Kenny:** + Kenny umgeht den Zirkel, indem er statt Papageno das Ensemble aus Kopf, Leib, Armen, Beinen Papagena heiraten lässt — Verbundenheit statt Name. + (Fn schon hier möglich: diese Idee scheint mir allein schon völlig absurd.) + Erste Frage: Was, wenn das linke Bein nicht will? Wird es in die Ehe gezwungen? Wie viele Glieder müssen ja sagen, damit es gilt? + Wendet einer ein, dass man diese Fragen aus logischer Sicht nicht stellen darf, beweist er nur, dass die unterstellte Komplexität **keine echte** ist --> der Verbund verhält sich wie EIN Ding, und dieses Ding heißt eben Papageno. + + [Claude-Schärfung, prüfen] Dilemma nicht an „Zustimmung" hängen, sondern an „haben die Teile eigenständige logische Stellung — kann ich sie einzeln variieren?". Eigenständige Glieder ⇒ einzeln variierbar (absurd); nicht eigenständig ⇒ ein Name. Das widerwillige Bein bleibt Illustration. Schließt den Schlupf, dass Kenny „heiraten" nie vom Bein, sondern nur vom konfigurierten Ganzen prädiziert. + + [2026-05-30 15:13] **2. Umgekehrt — ein Wort erfinden (Blaume)** + Kunstwort: blaue Blume → Blaume (analog Blote / Blelbe). Beispielsatz: „Die Blaume blüht." + + Ein Komplex hat Konfigurationen (Permutationen seiner Teile). Etwas abzubilden, das so-oder-anders sein kann, verlangt Mannigfaltigkeit — die hat nur der Satz (3.144: Namen = Punkte, Sätze = Pfeile; 4.04). + „blaue Blume" ist eine Konfiguration → bipolar, kann zutreffen oder nicht. + „Blaume" ist ein Name → Bedeutung, aber kein Sinn → kann nicht falsch sein. + Der Satz kann falsch sein, das Wort nicht. Ein Name bildet nicht ab, er benennt. Presst man den Komplex in einen Namen, fällt die Bildhaftigkeit weg — die Konfiguration findet keinen Ausdruck mehr. (Rückbezug auf Komplex- Diskussion oben) -- [2026-05-30 12:59] Warum Gegenstände einfach sein müssen — an zwei Beispielen erläutern: - - **1. Kontrafaktische Analyse** - - Beispielsatz: „Papageno heiratet Papagena." - - Kontrafaktische Annahme: Papageno ist ein Komplex aus Kopf / Leib / Armen / Beinen. - - Dann müsste „Kopf, Leib, Arme, Beine heiraten Papagena" denselben Sinn haben. - - --> Leicht zu widerlegen: „Papagenos Kopf, Leib und Arme, aber Taminos Beine heiraten Papagena" — kompletter Unsinn. - - --> Ich muss Papageno im Satz behalten: „Papagenos Kopf, Arme, Leib und Beine heiraten Papagena" — Zirkel perfekt. - - [2026-05-30 13:18] **Zweiter Teil — Kenny:** - - Kenny umgeht den Zirkel, indem er statt Papageno das Ensemble aus Kopf, Leib, Armen, Beinen Papagena heiraten lässt — Verbundenheit statt Name. - - (Fn schon hier möglich: diese Idee scheint mir allein schon völlig absurd.) - - Erste Frage: Was, wenn das linke Bein nicht will? Wird es in die Ehe gezwungen? Wie viele Glieder müssen ja sagen, damit es gilt? - - Wendet einer ein, dass man diese Fragen aus logischer Sicht nicht stellen darf, beweist er nur, dass die unterstellte Komplexität keine echte ist --> der Verbund verhält sich wie EIN Ding, und dieses Ding heißt eben Papageno. - - [Claude-Schärfung, prüfen] Dilemma nicht an „Zustimmung" hängen, sondern an „haben die Teile eigenständige logische Stellung — kann ich sie einzeln variieren?". Eigenständige Glieder ⇒ einzeln variierbar (absurd); nicht eigenständig ⇒ ein Name. Das widerwillige Bein bleibt Illustration. Schließt den Schlupf, dass Kenny „heiraten" nie vom Bein, sondern nur vom konfigurierten Ganzen prädiziert. - - [2026-05-30 15:13] **2. Umgekehrt — ein Wort erfinden (Blaume)** - - Kunstwort: blaue Blume → Blaume (analog Blote / Blelbe). Beispielsatz: „Die Blaume blüht." - - Ein Komplex hat Konfigurationen (Permutationen seiner Teile). Etwas abzubilden, das so-oder-anders sein kann, verlangt Mannigfaltigkeit — die hat nur der Satz (3.144: Namen = Punkte, Sätze = Pfeile; 4.04). - - „blaue Blume" ist eine Konfiguration → bipolar, kann zutreffen oder nicht. - - „Blaume" ist ein Name → Bedeutung, aber kein Sinn → kann nicht falsch sein. - - Der Satz kann falsch sein, das Wort nicht. Ein Name bildet nicht ab, er benennt. Presst man den Komplex in einen Namen, fällt die Bildhaftigkeit weg — die Konfiguration findet keinen Ausdruck mehr. - -- [2026-05-30 15:56] Intern / extern / Form: +6. [2026-05-30 15:56] **Intern / extern / Form** - intern = alle Eigenschaften, die den Raum strukturieren / ihm Form geben. - - extern = alle Eigenschaften, die zur Identifikation genutzt werden können. - - Blaume extern becshrieben <--> kann blühen z.B. interne Eigenschaft + - extern = alle Eigenschaften, die zur Identifikation genutzt werden können. + Blaume extern beschrieben <--> kann blühen z.B. interne Eigenschaft -- [2026-05-30 15:50] Gegenstand als Stützpunkt des logischen Raums: - - Gegenstände gehören zum **logischen** Raum, nicht zum empirischen / ontologischen. (logischer Raum im expliziten Gegensatz zum empirischen / ontologischen Raum — nicht zum Gemessenen, sondern zum Apparat der Darstellung.) - - Sie sind Stützpunkte: um jeden Gegenstand gruppieren sich die möglichen Sachverhalte seines Vorkommens. Rot → Farbraum (2.013; 2.0131: „er hat sozusagen den Farbenraum um sich"). - - Gegenstand = Summe seiner Vorkommens-Möglichkeiten (2.0123/2.0124: „Wenn ich den Gegenstand kenne, so kenne ich auch sämtliche Möglichkeiten seines Vorkommens"). Cashet „Selbständigkeit als Form der Unselbständigkeit" (oben) ein. - - Beispiel: Papagenoraum / Taminoraum / Papagenaraum → Zauberflötenraum. - - lokal halten: Die Räume addieren sich nicht frei — die Form der Gegenstände gibt vor, welche Sachverhalte möglich sind (2.0141); der volle logische Raum (2.063) ist mehr als ein einzelner Zauberflötenraum. +7. [2026-05-30 15:50] Gegenstand als Stützpunkt des logischen Raums + Gegenstände gehören zum **logischen** Raum, nicht zum empirischen / ontologischen. + Einfachheit ist Bedingung des Sinns von Sätzen --> Bedingung für das Funktionieren von Bildern + Sie sind Stützpunkte: um jeden Gegenstand gruppieren sich die möglichen Sachverhalte seines Vorkommens. Rot → Farbraum (2.013; 2.0131: „er hat sozusagen den Farbenraum um sich"). Gleichzeitg führen die ontologische Unschärfe zur Entkopplung von Bild und Welt, die wir oben in der Bildtheorie gesehen haben + + Gegenstand = Summe seiner Vorkommens-Möglichkeiten (2.0123/2.0124: „Wenn ich den Gegenstand kenne, so kenne ich auch sämtliche Möglichkeiten seines Vorkommens"). Cashet „Selbständigkeit als Form der Unselbständigkeit" (oben) ein. + + Beispiel: Papagenoraum / Taminoraum / Papagenaraum → Zauberflötenraum. + + lokal halten: Die Räume addieren sich nicht frei — die Form der Gegenstände gibt vor, welche Sachverhalte möglich sind (2.0141); der volle logische Raum (2.063) ist mehr als ein einzelner Zauberflötenraum. - - Substanz der Welt nur eine Form: Strkturiertter / geordneter logischer Raum - - + Substanz der Welt nur eine Form: Strkturiertter / geordneter logischer Raum + - [2026-05-30 17:40] Begriffliche Abgrenzungen / Leserisiken: - Wittgenstein stellt den Sachverhalt zu zwei Begriffen in eine 1:n-Beziehung: - Tatsache / Sachverhalt → Bezugsweisen (wie oben dargestellt).