--- title: Wörterbuch für Volksschulen short: WfV composition: 1925 first_publication: 1926 language: deutsch type: primärwerk-metadaten --- # Wörterbuch für Volksschulen — Metadaten **Vollständiger Titel:** *Wörterbuch für Volksschulen* **Erstveröffentlichung:** 1926 (Hölder-Pichler-Tempsky, Wien) ## Entstehung - Verfasst 1925, während Wittgensteins Tätigkeit als **Volksschullehrer** in den niederösterreichischen Dörfern Trattenbach (1920–1922), Puchberg (1922–1924) und Otterthal (1924–1926). - Praktisches Werkzeug für die orthographische Schulung seiner Schüler. Wittgenstein hatte beobachtet, dass die existierenden Schulwörterbücher zu groß und für die Kinder unbrauchbar waren. ## Erstveröffentlichung - 1926, Hölder-Pichler-Tempsky, Wien. - **Das einzige zu Lebzeiten veröffentlichte Buch Wittgensteins neben der ABH.** (Beide haben ein Vorwort vom Autor signiert — die einzigen zwei.) ## Editionen - **Faksimile-Nachdruck 1977** (Hölder-Pichler-Tempsky, mit Nachwort von Adolf Hübner). - **Suhrkamp 2020** (hrsg. Konrad Wuchterl, mit umfangreichem Nachwort zur Schullehrertätigkeit). ## Stellung im Werk - Steht **biographisch zwischen ABH und der Rückkehr nach Cambridge 1929**. In dieser Periode verfasst Wittgenstein keine philosophischen Werke. - **Methodisch interessant**: Wittgensteins Vorwort enthält Bemerkungen zur Pädagogik, zur Auswahl von Wörtern (was lernen Schüler tatsächlich, was vorgeschriebene Listen), zur Schreibrhythmik — Vorboten der späteren PU-Methodik (Sprachspiel, lebensweltliche Verankerung). - **Lexikographische Pointe**: kein alphabetisches Standardwörterbuch, sondern strukturiert nach dem Lehrziel: nur Wörter, die tatsächlich orthographisch fehleranfällig sind. ## Quelle im Vault - **Datei:** `wittgenstein-schriften/Wörterbuch für Volksschulen/Wörterbuch für Volksschulen.md` - **Umfang:** 11.461 Zeilen — riesig im Verhältnis, weil das gesamte Lexikon-Verzeichnis enthalten ist. ## Forschungsstand (knapp) Wenig rezipiert; gilt aber als wichtiger biographisch-methodischer Beleg. Pichler, Stadler, Hübner und Monk haben die Schullehrerphase ausführlich behandelt. Im philosophischen Hauptkanon spielt das Werk keine Rolle, ist aber relevant für die Übergangsphase zwischen ABH und PU und für die Frage, wie Wittgenstein „Sprachverwendung in der Lebenswelt" konkret praktisch zu sehen anfing. ## Quellen - Hübner, Nachwort zur Faksimile-Ausgabe 1977. - Wuchterl, Suhrkamp 2020. - Monk, *Ludwig Wittgenstein: The Duty of Genius* (1990), Kap. „Schoolteacher".