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Co-Authored-By: Claude Opus 4.8 (1M context) <noreply@anthropic.com>
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# 02 - Bildtheorie
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## Ziel des Kapitels
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Wittgensteins Theorie erklären und Übergang zum Satz schaffen.
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## Argumentationsführung
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Erklärung anhand der Gliederpuppe / weitere Bildtypen als Belegstelle.
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Logisches Bild als Gemeinsames aller Bilder --> in Reinform am Satz zu sehen.
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W. beschreibt ausdrücklich einen willkürlichen und einen notwendigen Teil im Bild:
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--> Vertretung == Willkür
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--> Sinn / Beschreibung == notwendig
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Form der Darstellung (2.173 / 2.174): kapselt das Willkürliche, trägt nichts zur logischen Form bei.
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--> Formel: Form der Abbildung − Form der Darstellung = logische Form.
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--> verschwindet mit 2.174 aus dem Haupttext, lebt aber unter dem Stichwort Notation (Satzreihe 3.34, für den Satz) als Randthema weiter.
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Teaser:
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Satz und Bild haben zunächst keine Ähnlichkeit, unklar, warum man den Satz als Bild sehen sollte.
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--> Nachweis an Ws Beispiel: Sätze haben — wie Bilder — strukturelle Eigenschaften.
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Das Kleopatra-Beispiel als Übergang zum logischen Raum, bevor der Satz abschließend besprochen werden kann.
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Kenny und McGinn ausdrücklich in den Haupttext nehmen, als Gegenfiguren:
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Jeder der beiden unterschlägt etwas aus der Abhandlung.
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--> McGinn: das Herstellen der abbildenden Beziehung.
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--> Kenny: die dadurch entstehende interne Relation (hier hat McGinn Recht — auch wenn diese Relation einfach nur die Nachahmung ist).
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--> ggf. McGinns Beispiel (Partitur / Klang / Platte) detailliert erklären.
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## Belegstellen
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Fällt weg, alles schon im Text vorhanden
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## Stärke / Schwäche
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Schwäche:
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Nachahmungs-Sprache wirkt naturalistisch — Bild bezieht sich aber auf mögliche Sachlagen im logischen Raum (2.11), nicht direkt auf die Welt. Klarstellung möglich (z.B. vom Bild reden, ohne einen abzubildenden Menschen anzugeben — Bild funktioniert trotzdem), wirkt aber drauf geklebt.
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## Sekundärliteratur
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### McGinn
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- Keine saubere Trennung zwischen Bild- und Satztheorie.
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- Sieht, dass Bilder keine äußerliche Ähnlichkeit brauchen — verpasst aber, dass das rein über die Vertretung zustande kommt.
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Beispiel Partitur / Klang / Platte (gegen ihre eigene Anti-Ähnlichkeits-Lesart von 4.014):
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In allen Fällen wird der Ton durch etwas anderes repräsentiert --> Notenzeichen / Ton / Tiefe der Rille an Stelle x.
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--> so weit so gut, und Willkür, weil Vertretung --> sieht völlig anders aus.
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ABER: Sind die Zeichen festgelegt, sind Partitur / Ton / Tiefe der Rille für ein Stück FIX logisch vorgegeben — alle Repräsentationen ahmen nur nach.
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### Kenny
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- erkennt, dass die abbildende Beziehung aktiv hergestellt werden muss (p. 70)
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- ignoriert dann aber die Unmittelbarkeit des gegebenen Bildsinns — rollt Festlegung der Vertretung und Bildinhalt-Generation zu einem einzigen Akt der "Person" zusammen
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- interessant: Kenny sieht hier eine empirische Idee Wittgensteins ("an empirical matter of no importance for philosophy") — ist genau richtig. Man kann es am Bild sehen, dass es stimmt. No importance ist aber GRUNDFALSCH
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- infolge der unscharfen Trennung werden Sagen / sich Zeigen in einen nebulös-mystischen Raum gezogen (p. 61–62, p. 72: "mysterious mental medium")
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- Bild muss falsch sein können, muss deshalb unabhängig vom Abgebildeten sein (p. 28–29; TLP 4.12–4.121)
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- verortet die Unabhängigkeit an zwei getrennten Stellen, ohne sie zur Falschheit-Möglichkeit zusammenzuziehen:
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- p. 71 — Representational Form als "what makes A unlike B" (nur Definition, keine funktionale Verknüpfung zur Falschheit)
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- p. 75–79 — Bipolarität: Satz unabhängig vom tatsächlichen Sachverhalt (NB 55, TLP 2.22, 3.13)
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- Kennys Logischer-Raum-Diskussion (p. 84 ff.) kommt erst später und ist nicht mit der Falschheit-Diskussion verbunden → die textnahe Verbindung Falschheit ↔ Logischer Raum wird verfehlt
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### Russell
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(Quelle: `literatur/russell-introduction.md`, Einleitung §§ 9–21)
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- [2026-05-30 12:19] Überraschend nah an der eigenen Lesart.
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- Strukturidentität / Ähnlichkeit: Russell hebt **ausdrücklich** darauf ab — „only so much **resemblance** as is essential to its being a picture in any sense, that is to say… **identity of logical form**". Liest die Grammophon/Partitur-Stelle (4.014) als *gemeinsame Struktur* („the logical structure is common").
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- → Kontrast zu McGinn: sie lehnt Ähnlichkeit ab und liest 4.014 als Übersetzungsregel zwischen Sprachen. Russell steht auf unserer Seite der Achse (Identität/Nachahmung), McGinn nicht.
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- Logisches Bild = Zusammenfassung dessen, was **essentiell** am Bild ist. Formulierung „essential to its being a picture in any sense" passt gut.
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- Rahmen aber: Russell setzt das Ganze in „conditions for *accurate* Symbolism" / logisch perfekte Sprache — sein Kontext, nicht Ws Bogen. Vertretung benennt er nur („objects are represented by signs"), lässt sie undiskutiert.
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