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2026-05-30 13:21:33 +02:00

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03 - Der Logische Raum

Ziel des Kapitels

  • [2026-05-30 12:09] Klärung der grundlegenden Begriffe
    • Sachverhalt / Tatsache / Sachlage / Logischer Raum / Welt / Wirklichkeit

Argumentationsführung

  • [2026-05-30 12:27] Start mit Tatsache / Sachverhalt

    • Gegenstand --> Selbständigkeit als Form der Unselbständigkeit === Vorkommen in Sachverhalten
      • W als "Anti-Kant": das Gegenteil des Noumenons (Ding an sich) --> Nichts gibt dem Gegenstand von innen her Halt
  • [2026-05-30 12:25] Gegen McGinns „treacherous": W ist hier nicht trügerisch. Er sagt ganz klar, dass Gegenstände unselbständig sind (Selbständigkeit als Form der Unselbständigkeit, 2.0122) — die Oberfläche ist keine Falle.

    • --> Daraus die Frage herleiten: warum müssen die Gegenstände dann einfach sein?
  • [2026-05-30 12:59] Warum Gegenstände einfach sein müssen — an zwei Beispielen erläutern:

    • 1. Kontrafaktische Analyse
      • Beispielsatz: „Papageno heiratet Papagena."
      • Kontrafaktische Annahme: Papageno ist ein Komplex aus Kopf / Leib / Armen / Beinen.
      • Dann müsste „Kopf, Leib, Arme, Beine heiraten Papagena" denselben Sinn haben.
      • --> Leicht zu widerlegen: „Papagenos Kopf, Leib und Arme, aber Taminos Beine heiraten Papagena" — kompletter Unsinn.
      • --> Ich muss Papageno im Satz behalten: „Papagenos Kopf, Arme, Leib und Beine heiraten Papagena" — Zirkel perfekt.
      • [2026-05-30 13:18] Zweiter Teil — Kenny:
        • Man könnte argumentieren, dass das Ensemble aus Kopf, Leib, Armen und Beinen Papagena heiratet --> so ist die Verbundenheit ohne den Bezugszirkel auf Papageno gegeben.
          • (Fn schon hier möglich: diese Idee scheint mir allein schon völlig absurd.)
        • Erste Frage: Was, wenn das linke Bein nicht will? Wird es in die Ehe gezwungen? Wie viele Glieder müssen ja sagen, damit es gilt?
        • Wendet einer ein, dass man diese Fragen aus logischer Sicht nicht stellen darf, beweist er nur, dass die unterstellte Komplexität keine echte ist --> der Verbund verhält sich wie EIN Ding, und dieses Ding heißt eben Papageno.
        • [Claude-Schärfung, prüfen] Dilemma nicht an „Zustimmung" hängen, sondern an „haben die Teile eigenständige logische Stellung — kann ich sie einzeln variieren?". Eigenständige Glieder ⇒ einzeln variierbar (absurd); nicht eigenständig ⇒ ein Name. Das widerwillige Bein bleibt Illustration. Schließt den Schlupf, dass Kenny „heiraten" nie vom Bein, sondern nur vom konfigurierten Ganzen prädiziert.

Belegstellen

(noch zu füllen)

Stärke / Schwäche

(noch zu füllen)

Sekundärliteratur

McGinn

  • Wittgenstein macht aus dem logischen Raum ein Monster — und das genau aus dem Grund, den McGinn benennt: weil er überall logische Klarheit vermutet, eben nur verdeckt
  • McGinn-Zitat (p. 33): "Wittgenstein's conception of what it is that needs to be made clear is itself completely determined by his unexamined commitment … to the idea that where there is sense … there too there must be perfect logical order, that is, to a conception of language as an exact calculus operated according to precise rules."
  • Sie hat sogar Recht, dass das mit der Gegenstandssemantik zusammenhängt
  • Aber sie identifiziert das nicht als Wittgensteins eigenes Problem (wie Kenny es tut)
  • [2026-05-30 12:05] Ihr fehlt die Unterscheidung Tatsache / Sachverhalt / Sachlage — und damit die Vielgestaltigkeit der Tatsache. Deshalb bleibt bei ihr alles ein wenig mystisch (vgl. Diskussion 2026-05-24).
  • [2026-05-30 12:05] Hinweis Bild/Satz: Erst im logischen Raum zeigt sich, dass alle Bilder Sätze sind (Bild = Spezialfall des Satzes). McGinn läuft umgekehrt: Bild ⊃ logisches Bild ⊃ Satz (Satz = engster Fall) — Richtungs-Konflikt, hier zu klären.
  • [2026-05-30 12:25] „Treacherous": McGinn hält die Eröffnungssätze (12.063) isoliert/wörtlich gelesen für trügerisch — erst nach der Bildtheorie als „logic in metaphysical guise" lesbar (change of aspect). Gegenposition → Argumentationsführung.