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# buffer (Scratch / Arbeitsfragment)
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**Quelle:** `buffer.odt` (Vault-Root)
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**Charakter:** Scratch-Buffer. Ein abgeschlossenes Textfragment zum Thema **falsche Sätze, Form der Abbildung, logischer Raum** — vermutlich Material, das aus einer der Kap.-1-Fassungen ausgegliedert wurde, weil es eine bestimmte Schwierigkeit isoliert behandelt.
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**Umfang:** ~7K Zeichen, 106 Zeilen, ~1000 Wörter
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## Hauptthesen
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- **Defizit der bisherigen Bildtheorie-Rekonstruktion**: Wenn der Bildinhalt aus struktureller Identität von Bild und Welt entsteht, ist das nur für *wahre* Bilder gegeben — falsche Bilder bilden die Welt offensichtlich nicht ab.
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- **Wittgensteins Lösung**: Einführung der **Form der Abbildung** und des **logischen Raums** als unabhängiger Möglichkeitsraum.
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- **Falsche Bilder als mögliche Konstellationen**: Bilder beziehen sich nicht unmittelbar auf die Welt, sondern stellen mögliche Sachlagen im logischen Raum dar. Vergleich mit der Wirklichkeit entscheidet über wahr/falsch.
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- **Identität der Strukturen bleibt das Fundament**: Bildinhalt unabhängig vom konkreten Welt-Bezug; Inhalt steht "klar und vollständig" da, auch ohne Welt-Referenz.
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- **Abgrenzung zur Definition**: Definition wäre ein scheinbarer Weg, das Strukturprinzip zu brechen, ist aber funktional disjunkt zur Bildverwendung — sie macht aus dem Bildelement ein bloßes Vertretungs-Zeichen. Strukturelle Abbildung und Vertretung bleiben klar getrennt.
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## Zentrale Begriffe
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- **Konstellation** — Hilfsbegriff des Autors, um Wittgensteins "Sachverhalt" zunächst zu vermeiden; markiert eine mögliche Anordnung, ohne das Tatsache/Sachlage-System schon zu importieren.
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- **Form der Abbildung** — "die Möglichkeit, dass sich die Dinge so zu einander verhalten, wie die Elemente des Bildes" (2.151).
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- **Logischer Raum** — Möglichkeitsraum, in dem abweichende Realitäten gegen die bestehende gesetzt werden.
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- **Identität der Strukturen** — das durchgängige Prinzip; bleibt durch die Möglichkeit-/Form-Konstruktion gewahrt.
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- **Definition** — explizit *kein* Bestandteil der Bildtheorie; sie schafft Vertretungs-Zeichen, nicht abbildende Elemente.
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## Argumentationsstruktur
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1. Problemexposition: Identität von Bild und Welt schließt falsche Bilder aus.
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2. Eine intuitive Lösung (verschiedene Bezugsweisen auf dieselbe Welt) wird verworfen, mit Verweis auf 4.022 (Wittgenstein selbst: nur eine Bezugsweise).
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3. Lösung über Form/logischen Raum (2.15, 2.151, 2.11, 2.17 zitiert).
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4. **Exkurs Definition**: hypothetischer Einwand, dass Definitionen Bilder beliebig umdeuten könnten. Zwei Gründe gegen den Einwand: (a) am definierten Zeichen ist der Inhalt nicht mehr erkennbar; (b) die beiden Verwendungsweisen sind disjunkt.
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5. Schlusspunkt: Bildinhalt steht unabhängig von Welt-Bezug fest.
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## Schlüsselzitate
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> "Soweit, wie bisher ausgearbeitet, hat die Rekonstruktion aber ein Defizit: Der Bildinhalt ergibt sich dem Gedanken bis hierher nach aus der Identität der strukturellen Eigenschaften von Bild und Welt. Diese Idee setzt also für jeden gegebenen Bildinhalt ein gegebenes Pedant in der Welt voraus. Das gilt für wahre Bilder, für falsche nicht." — Z. 1-5
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> "Bilder beziehen sich nicht unmittelbar auf die Welt, stellen vielmehr mögliche Konstellationen in der Welt dar" — Z. 33-37
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> "Der logische Raum wird zum Möglichkeitsraum, in dem abweichende Realitäten gegen die bestehende gesetzt werden können. Fundament des Ganzen ist das Prinzip der Identität der Strukturen, das garantiert, dass der Bildinhalt unmittelbar aus dem Bild entnommen werden kann." — Z. 61
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> "Die Definition macht aus [dem Bildelement] ein einfaches Zeichen, das im Bild nur vertreten kann. Das Zeichen kann frei gewählt werden, und steht damit in keinem Zusammenhang zum Vertretenen." — Z. 96
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> "Würde der Bildinhalt davon abhängen, dass sich das Bild auf einen Menschen (=die Welt) bezieht, den es richtig (=Der Mensch sitzt), oder falsch (z.B. = Der Mensch steht) abbildet, sollte der Bildinhalt unklar sein, weil ich nicht gesagt habe, ob und auf welchen Menschen sich das Bild bezieht. Der Bildinhalt ist aber klar und vollständig." — Z. 106
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## Themen-Tags
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#bildtheorie #form #logischer-raum #wahrheit #moeglichkeit #abbildung #vertretung #struktur #falsche-saetze #sachlage #definition
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## Auffälligkeiten / Lücken / Spannungen
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- **Erwähnung "Kapitel Neinologie"** (Z. 22) — vom Autor geprägter Begriff für ein geplantes Kapitel über Negation. Bisher nicht in anderen sichtbaren Dateien aufgegriffen — Kandidat für ein eigenes Kapitel.
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- **Hilfsbegriff "Konstellation"** statt "Sachverhalt": deutet auf eine pädagogische Strategie hin — Begriffe erst spät einführen, wenn alles Material da ist.
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- **Übergang zu Sachverhalt/Sachlage** wird angekündigt ("erst zum Ende dieses Teils") — der Buffer ist also ein Zwischenschritt im didaktischen Aufbau.
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- **Behandlung von "wahr/falsch"** ist hier eingeführt, aber der eigentliche Anschluss an das Wahrheits-Thema des Buchtitels ("Was ist Wahrheit") wird noch nicht expliziert.
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## Verbindungen
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- **kap02-satz**: Behandelt das gleiche Material auf höherem Niveau und ohne den Hilfsbegriff "Konstellation". Buffer scheint eine Vorstufe oder ein didaktisch alternativer Pfad.
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- **kap01-original / kap01-2026**: Vermutlich Vorgängermaterial, aus dem dieser Buffer als Reinform ausgegliedert wurde.
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- **Geplantes "Kapitel Neinologie"**: noch nirgends ausgeführt — to-do.
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